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Die Spieletests

 

Zug um Zug

Ein Spiel von
Alan R. Moon
(Spiel des Jahres 2004)

vom "Days of Wonder Verlag"

für 2-5 Spieler
30-60 min.
ab 8 Jahre

Testbericht

Zug um Zug

Beim Betrachten und Auspacken des Spieles fällt gleich die sehr schöne Gestaltung auf. Auch die Spielanleitung ist sehr gefällig. Fragen bleiben nicht wirklich offen und die 4 A4-Seiten braucht man vorher eigentlich garnicht zu studieren. Einmal vorlesen und schon kann´s los gehen.

Das Spiel
Vor uns breitet sich, in grober Übersicht, die USA als Spielplanaus. Auf diesem erblickt man hauptsächlich Städte und (schematisch dargestellt) Eisenbahnnetze zwischen diesen Städten. Auffällig ist, das diese verschiedene Farben tragen, doch dazu später.
Der Spielplan enthält außerdem eine Zählleiste die um´s ganze Spielfeld führt. Hier werden, wie auch bei anderen Spielen üblich, die gesammelten Punkte festgehalten. Jeder Spieler erhält zu Beginn 45 Waggons in seiner Farbe. Weiterhin zum Spiel gehören Wagenkarten (in unterschiedlicher Farbe), Karten mit Locks, Zielkarten, eine Bonuskarte längste Strecke und eine Punkteübersichtskarte.
Von den Wagenkarten (die Loks gehören zu diesen und dienen hier als Joker) bekommt jeder Spieler 4 Karten auf die Hand. Im späteren Spiel gibt es für die Handkarten keine Begrenzung. Neben dem übrig bleibenden Stapel der Wagenkarten werden 5 Karten offen ausgelegt. Jetzt erhält noch jeder Spieler 3 Zielkarten. Von diesen müssen am Anfang mindestens 2 behalten werden oder auch alle drei. Die nicht benötigten Karten werden unter den Stapel geschoben. Nun geht´s los.

Jeder Spieler hat in seiner Runde die Wahl zwischen drei Möglichkeiten:
- zwei Städte mit einer Strecke verbinden
- zwei Karten nachziehen
- neue Zielkarten ziehen
Eine Strecke auslegen funktioniert immer nur zwischen zwei Städten. Erst beim nächsten Mal können zwei neue Städte miteinander verbunden werden. Das kann man allerdings erst, wenn man die genaue Anzahl an Wagenkarten in der passenden Farbe gesammelt hat.
z.B.: Zwischen "Portland" und "Salt Lake City" gibt es sechs blaue Felder. Um diese mit der eigenen Farbe verbinden zu können, braucht man mindestens 6 blaue Wagenkarten. Hat man soviel auf der Hand kann die Strecke ausgelegt werden. Teilstrecken kann man nicht auf´s Brett legen. Hat man keine 6 blauen Karten, können hier Loks als "Joker" aushelfen. Diese ersetzen jede Farbe. Es können sogar nur Loks eingesetzt werden.
Einige Strecken sind in einer "neutralen" grauen Farbe gehalten. Diese kann man beliebig belegen. Hier ist man also nicht farblich gebunden. Die ausgelegten Strecken werden auf dem Spielplan mit den eigenen Waggons belegt.

Warum aber soll ich nun all die Städte verbinden? Die gezogenen Zielkarten geben mir vor welche Orte ich erreichen muß. So kann man z. B. "Los Angeles" mit "Chicago" verbinden. Schaffe ich dieses vorgegebene Ziel (der Zielkarte), ist dies 16 Pluspunkte wert. Schaffe ich diese Strecke bis zum Spielende nicht, werden mir diese Punkte abgezogen.
Wie ich nun diese Orte verbinde, liegt an mir und natürlich auch an meinen Mitspielern. Zum einen sollte man sich einen Weg aussuchen der unterm Strich viele zusätzliche Punkte bringt. Es gibt Verbindungsmöglichkeiten von 1 bis zu 6 Felder weit. Wobei mit steigender Felderzahl der Punktgewinn drastisch zunimmt. Erhalte ich für ein bis zwei belegte Felder (Strecken) noch dem entsprechend ein oder zwei Punkte, so erhalte ich für sechs belegte Felder einer Strecke schon 15 Punkte.
Zum anderen sollte man auch aufpassen das einem der Weg nicht versperrt wird. Es gibt zwar zwischen einzelnen Orten auch doppelte "Gleisverbindungen" aber diese sind rar gesät und so muß man unter Umständen auch längere Umwege in Kauf nehmen.
Natürlich hat auch der Vorrat an verfügbaren Karten (und Wagenspielsteinen) seine Grenzen. Sammelt ein Mitspieler die gleiche Farbe, hat man wortwörtlich "schlechte Karten". Kann man momentan mit seinen Handkarten nichts anfangen, so kann man wahlweise auch zwei Karten nachziehen. Hierzu wählt man sich eine Karte von den offen ausliegenden. Diese wird gleich wieder mit einer Karte vom verdeckten Stapel aufgefüllt. Nun nimmt man sich eine zweite Karte. Natürlich kann man sich auch zwei Karten verdeckt vom Stapel ziehen oder jeweils eine offen und eine verdeckt.
Einzigste Einschränkung: Zieht man eine Lok von den offen ausliegenden Karten, kann man keine zweite Karte ziehen.

Als dritte Möglichkeit zieht man nach Bedarf neue Zielkarten. Im Gegensatz zum Anfang des Spieles, zieht man jetzt zwar auch drei Karten muß aber nur eine behalten.
Man kann aber auch zwei oder alle nehmen.
Aber immer daran denken: Nicht abgearbeitete Strecken werden abgezogen.
So hat man nicht selten die Qual der Wahl und muß auch auf´s eigene Tempo achten. Denn wenn der erste Spieler in seinem Spielzug nur noch zwei oder weniger Waggons vor sich zu stehen hat, ist jeder
Spieler nur noch einmal an der Reihe, dann kommt die Endabrechnung. Ja und hier kann es dann durch die Zielkarten die ein oder andere Überraschung geben.

Deutlich schneller als sich diese Kritik liest, hat man das Spiel verstanden. Anfangs traten noch einige kleine Probleme auf. (Wie war das mit dem Karten nachziehen? Wie war das mit dem Farben sammeln?) Aber das waren keine Hürden. Und wie man sieht, kam unsere jüngste Mitspielerin auch sehr gut mit "Zug um Zug" zu recht.

Einziger Negativpunkt für alle, es fehlte wieder einmal eine vernünftige Kartenablage. Vielleicht sollte man sich auch vorsichtshalber etwas Rutschfestes unter die ausliegenden Wagenkarten legen, denn das Nachziehen auf dem blanken Tisch wird zur Nervensache, wenn man keine langen Fingernägel sein Eigen nennt.

Das war´s aber schon an negativer Kritik.

Fazit: "Zug um Zug" ist ein rundum gelungendes Familienspiel. Es ist sehr schnell erlernbar (4 Seiten Spielregel), hat eine angenehme Spiellänge von ca. 1 Stunde und einen hohen Widerspielreiz.

Nun noch ein paar Worte an Leute die Strategiespiele bevorzugen. Hier bietet "Zug um Zug" in der normalen Version keine allzu hohe Herausforderung. Mit einer kleinen Regeländerung sieht das aber schon ganz anders aus. Hier also die Variante die ein wenig mehr Pepp bringt.
Variante: Die ersten drei Zielkarten bei Spielbeginn müssen genommen werden. Bei jedem weiteren Nachziehen wird nur eine Karte genommen aber auch diese muß behalten werden.
Wer´s ganz hart mag, spielt von Beginn an mit 5 Zielkarten und zwar so wie sie gezogen werden, kein Austausch und kein Weglegen ist möglich.

Viel Spaß!
Tester

Wertung

Immo
Mario
Robert
Victoria
Achim
Schlüssel: 6 = Sehr Gut / 1 = Flop

Gesamtnote: 5,8

Allgemeiner Kommentar: Die kleinen Spielkarten lassen sich von einem glatten
Untergrund schlecht aufnehmen.