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Die Spieletests

 

Meisterdiebe

Ein Spiel von
Frank Czarnetzki
aus dem "Zoch Verlag"
für 2 - 8 Spieler
ca. 60 min.
ab 10 Jahre

Testbericht

Meisterdiebe

Die "Meisterdiebe" gehört zur Kategorie "Leichte Unterhaltung" und ist ähnlich wie "Zug um Zug" schnell erlern- und begreifbar. Im Mittelpunkt des Spieles steht eine Holztruhe die in drei Ebenen unterteilt ist. Jede dieser Ebenen hat auf jeder der vier Seiten je ein Schubfach. Dieses wiederum kann von beiden Seiten befüllt werden, d.h. die Truhe kann und soll während des Spieles auch auf den Kopf gestellt werden.

Das Spiel
Jeder Spieler erhält zu Beginn des Spieles sechs Rollenkarten. Diese sind unterteilt in den Schmuggler, der Apotheker, die Apothekerin, der Dieb, der Meisterdieb und der Detektiv.
Vor jedem Spieler kommt noch ein weißes Kissen mit 10 Edelsteinen (8 farblose Diamanten und 2 blaue Saphire), ein schwarzes Kissen (hierauf kommen die im Spiel zu erbeutenden Edelsteine) und in die Mitte dazwischen kommt ein Übersichtsplan, auf welchem die einzelnen Rollen der Karten und deren Reihenfolge im laufenden Spiel beschrieben sind.
Jetzt wird der Truhe zuerst mit 6 roten Rubinen befüllt. Die Rubine kommen in die Geheimfächer. Von denen gibt es sechs, auf jeder Ebene zwei. Diese werden am Spielanfang gegenüberliegen ausgerichtet. Nun werden auf der einen Seite der Truhe alle drei Geheimfächer geöffnet. D.h. diese Schubladen sind länger und haben hinter der ersten Wand noch ein kleineres Fach verborgen. Dort hinein kommt der Rubin. Habt man die drei ersten Fächer so befüllt, wird die Truhe auf den Kopf gestellt.
Nun sind die gegenüberliegenden Fächer an der Reihe. Hiernach werden insgesamt an alle Mitspieler noch 12 Diamanten verteilt. Diese werden von jedem Mitspieler zusätzlich in die Truhe verbracht. Ist der erste Spieler fertig, kann er danach die erste oder die ersten beiden Ebenen um 90° drehen und die Truhe noch zusätzlich auf den Kopf stellen. Dann ist der Nächste an der Reihe.
Hat man das alles hinter sich gebracht beginnt das eigentliche Spiel.

Das Ziel
des Spieles ist es, alle seine jetzt noch falschen Edelsteine die auf dem weißen Kissen liegen in echte Steine zu verwandeln. Hierzu legt man die eigenen Steine in die Truhe und schon sind sie echt. Allerdings spielt man jede Runde eine andere Rolle und nicht jede Rolle dient dazu Steine loszuwerden. Ein Teil der Rollen dient natürlich auch dazu die jetzt echten Edelsteine aus der Truhe zu holen. Denn für jeden gefunden Edelstein, gibt es Pluspunkte. Je nach Wert fallen diese unterschiedlich hoch aus.
Bleiben aber bis zu Schluß auf dem weißen Kissen unechte Edelsteine (Imitate) liegen, werden diese von der Gesamtpunktzahl wieder wabgezogen.

Die Rollen
dienen wie gesagt dazu die falschen Edelsteine loszuwerden bzw. an die echten ranzukommen. In jeder Runde werden die Rollen in vorgegebener Reihenfolge durchgespielt.
Alle Spieler wählen eine Karte von ihrer Hand aus und legen diese verdeckt vor sich ab. Als erster beginnt der Schmuggler.
Alle Spieler die die Rolle des Schmuglers ausgwählt haben drehen jetzt ihre Karten um, so das sie offen von allen zu sehen sind. Alle Rollenkarten sind von 1 bis 8 nummereiert. In aufsteigender Reihenfolge werden jetzt die Schmuggler abgehandelt.
D.h. erst Schmuggler 3 dann z.B. 5, 7, 8.
Der Schmuggler zieht ein Schubfach auf und entnimmt darin enthaltene Edelsteine, wenn vorhanden, und legt diese auf´s rote Kissen. Anschließend können wie üblich noch die ersten beiden Ebenen um 90° gedreht und die ganz Truhe auf den Kopf gestellt werden. Diese Aktion führen außer dem Detektiv alle Rollen durch.
Habe alle Schmuggler ihre Aktionen durchgeführt, drehen die restlichen Mitspieler ihre Karten um. Sind Detektive anwesend, wird geprüft ob diese oder die Schmuggler in der Mehrheit sind. Sollten die Schmuggler gleich viel oder mehr sein, können sie das erbeutete Gut reihum unter sich aufteilen. Ansonsten bleiben die Edelsteine ersteinmal auf dem roten Kissen liegen.

Fallen einem Schmggler aus dem unteren Teil des Schubfaches Edelsteine heraus, wird dieser bei der Verteilung der Edelsteine ausgeschlossen. Bei der Ermittlung der Mehrheiten aber nicht.
Als nächstes kommt der Juwelier . Dieser kann einen Edelstein in die Truhe legen und zusätzlich eine Alarmanlage (ein farbiger Pappchip). Diese kann zwei Zustände wärend des Spieles annehmen. Zieht man ein Schubfach auf und die Alarmanlage ist in diesem (für mich sichtbar) enthalten, ist sie deaktiviert und die so vorgefundenen Steine können ohne Probleme entnommen werden. Fällt die Alarmanlage beim Öffnen eines Fach aber heraus, ist sie aktiv und alle Edelsteine die mit ihr aus dem Schubfach fallen, kommen zum Besitzer der Alarmanlage auf´s schwarze Kissen. Auch die Anlage geht zurück an den Besitzer und kann später erneut eingesetzt werden.
Nun ist die Juwelierin an der Reihe. Sie ist die einzigste die Edelsteine auch dann in ein Schubfach unterbringen darf, wenn beim Öffnen derselben ebendiese herausfallen. Außerdem genießt sie den Vorteil, pro anwesendem Detektiv einen weiteren Stein unterbringen zu dürfen.
Jetzt beginnt der Dieb mit seiner Arbeit. Er öffnet ein beliebiges Schubfach und bringt alle Edelsteine an sich die er dort vorfindet. Hineinlegen darf er selbst keine.
Genauso wie der nun kommende Meisterdieb. Er hat als Einzigster das Recht auch das Geheimfach zu öffnen. Er zieht ein Fach zunächst normal auf und entscheidet sich beim Betrachten des Inhaltes ob er das Fach ganz aufzieht oder nicht. Ist jetzt ein Rubin sichtbar kann er beide Fächer leeren. Ansonsten geht er leer aus. Fällt bei dieser Aktion ein Rubin herunter (also aus dem unteren Teil des Faches) wird dieser nun ins obige Geheimfach gelegt und das Schubfach wieder geschlossen.
Der Detektiv, als letzter dieser Spielrunde, nimmt nun alle auf dem roten Kissen liegenden Edelsteine an sich und legt sie auf sein schwarzes Kissen. Sollten mehrere Detekive in dieser Runde aktiv sein, so werden die Steine reihum aufgeteilt.
Haben alle Spieler ihre Rollenkarten eingesetzt werden die gesamten Karten an den linken Nachbarn weitergereicht und eine neue Runde beginnt.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler alle seine Steine in der Truhe unterbringen konnte oder alle 6 Rubine aus den Schubfächer gefischt wurden.

Für alle Spieler gilt (Ausnahme: Juwelierin und Detektiv), fallen bei der eigenen Aktion Edelsteine aus dem unterein Teil des Faches heraus, kann man seine eigene Aktion nicht mehr ausführen. Nur noch das Verdrehen und Kippen der Truhe ist möhlich.

Das Alles hört sich vieleicht ein wenig verzwickt an aber nach der ersten gespielten Runde ist alles klar. Die Spielregel ist bei diesem Spiel ebenfalls angenehm kurz und kann allen Mitspielern eigentlich genauso wie sie ist, vorgelesen werden. Schneller kann man nicht erklären. Fragen bleiben keine offen.
Die Gestaltung des Spieles ist besonders für Spielesammler eine Augenweide. Die "Spieltruhe" selber ist in einem größeren Holzkasten untergebracht, sowie das restliche Spielmaterial. Alles wirkt wie von Hand gefertigt und ist es wahrscheinlich auch. Ob der stolze Preis von 99,00 Euro viele Käufer lockt, wage ich aber zu bezweifeln.

Fazit: Die "Meisterdiebe" sind schnell erklärt und mit 1 Stunde auch relativ schnell gespielt. Wirklich punkten kann man nur, wenn man versucht sich die lohnensten Schubladen zu merken. Allerdings fangen da bei Zeiten die Köpfe an zu qualmen. Wir haben uns das an diesem Abend gespart. Dann wird´s jedoch zur Glückssache, ob man etwas findet. Letzteres ist der Spielqualität allerdings abträglich. Der Hersteller verweist darauf das die Maserung des Holzes als Merkhilfe genutzt werden kann aber ich persönlich habe es nicht ausprobiert.
Insgesamt bietet das Spiel gute Unterhaltung. Unserer Strategiespielerrunde ist diese aber zu seicht.
Obwohl das Spiel laut Hersteller von 2 - 8 Spieler spielbar sein soll, betrachte ich eine Besetzung von mindestens 4 Leuten als sinnvoll. Je größer die Runde desto besser.
Tester
Wertung
Immo
Mario
Robert
Victoria
Achim
Schlüssel: 6 = Sehr Gut /1 = Flop

Gesamtnote: 4,4

Kommentare:
keine