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Die Spieletests

 

Louis der XIV.
 

Ein Spiel von
Rüdiger Dorn
aus dem "Alea Verlag"
für 2-4 Spieler

100 min.
ab 12 Jahre

Testbericht

Louis der XIV.
Selten genug bestelle ich Spiele "auf blauen Dunst". Vorab-Infos hatte ich nur von der Messe in Nürnberg bzw. den entsprechenden Seiten, die über die Messe berichteten. Nichts desto trotz hörte sich das Wenige was ich vernahm für mich aber sehr gut an. Außerdem kommt "Louis..." ja aus dem Hause "Alea", der Strategiespiele-Schmiede von Ravensburger und ist somit fast automatisch schon eine Empfehlung wert.

Vorbereitung
Der Aufbau des Spielplans, der keiner ist, braucht ein paar Minuten an Zeit. Zuerst werden die 12 Personentafeln ausgelegt. Sie stellen Adlige vom Hofe Louis des XIV. dar und helfen uns im weiteren Spiel beim Erringen der Siegpunkte. Die Personentafeln werden wie ein quadratischer Flickenteppich ausgelegt, wobei zwischen den Tafeln immer jeweils eine "Tafelgröße" platz gelassen wird.
In die freien Felder werden zu den entsprechenden Adligen 5 Sorten Missionschips gelegt die die Höflinge (Adlige) während des Spieles an uns "ausschütten".
Jeder Spieler erhält Einflußsteine, von denen ebenfalls eine gewisse Anzahl in den allgemeinen Vorrat zwischen die Personentafeln gelegt wird. Der zentrale freie Platz wird vorerst nicht genutzt. Dort werden während des Spieles die eingesetzten Einflußkarten abgelegt.
Über dem Spielfeld werden 60 verdeckte Wappen zu 6 verschiedenen Sorten abgelegt (diese repräsentieren die späteren Siegpunkte), unser Geldvorrat (Bank), die Figur Louis XIV. und 8 Geldkarten.
Unterhalb der Personentafeln kommen die Einflußkarten, die Intrigekarten und 3 Sorten unterschiedlich schwerer Missionskarten.
Nun bekommt noch jeder Spieler 16 Einflußsteine in seiner Farbe. Von diesen bleibt ein Teil im eigenen Vorrat vor dem Spieler liegen und der Rest kommt in den allgemeinen Vorrat, wie oben schon erwähnt. Weiterhin erhält jeder Spieler 5 Louisdor aus der Bank und eine hellblaue (leichte) und mittelblaue (mittelschwere) Missionskarte.

Das Spiel
erstreckt sich über genau vier Runden, danach wird abgerechnet. Jede dieser vier Runden teilt sich in vier Phasen.
- Phase 1: Nachschub
- Phase 2: Einfluß
- Phase 3: Auswertung
- Phase 4: Missionen

Phase 1

Hier wird die oberste Geldkarte aufgedeckt. Den entsprechenden Betrag, der darauf verzeichnet ist, bekommt jeder Spieler ausgezahlt. Außerdem gibt diese Karte auch an auf welche von den 12 Personentafeln (wobei hier immer nur die zentralen Tafeln 1-4 in Frage kommen) die Figur des "Louis" gestellt wird. Diese erfüllt in der Auswertungsphase einen besonderen Zweck.
Alle ausliegenden Missionskarten kommen jetzt zur Wirkung. Dies entfällt allerdings in der ersten Runde, da hier logischerweise noch keine Missionen ausliegen können.
Nun erhält noch jeder Spieler 5 Einflußkarten.

Phase 2
Nun beginnt der Startspieler mit dem Auslegen der Einflußkarten. Dazu legt er seine erste Karte in die Mitte der Auslage, wie oben erwähnt, und setzt seine Einflußsteine ein. Dazu ist es wichtig zu wissen das jede Person(nentafel) bestimmte Dinge ausschüttet wie z.B. Geld, Einflußsteine und natürlich Missionschips. Letztere sind wichtig, um die Missionskarten die man auf der Hand hält zu erfüllen. D.h. alle Missionskarten setzen zu ihrer Erfüllung zwei Missionchips voraus. Diese sind unterschiedlich schwer zur erringen.
Deshalb unterteilt sich der Schwierigkeitsgrad der Missionskarten auch in drei Farbstapeln. Allerdings ist es meißt so, je schwerer zu erfüllen, desto mehr Vorteil bringt mir die ausgelegte Missionskarte während dem Rest des Spieles.
Das Platzieren der Einflußsteine passiert auf jeweils eine von zwei Möglichkeiten. Entweder man hat eine Karte mit einem Fragezeichen, so kann man bis zu zwei Einflußsteine direkt auf die Person seiner Wahl stellen oder man hält eine der 12 Personen auf der Hand, dann kann man bis zu drei Steine dorthin bringen.
Da aber die Personen unterschiedliche Dinge bzw. Missionchips ausschütten und man vielleicht gerade diese nicht braucht, kann ich von dieser ausgehend meine Steine aber noch versetzen.

Hierzugibt´sn eine bestimmte Zugregel die besagt, daß jeweils ein Stein beim Weiterziehen zurückgelassen werden muß. D.h. also mit drei Steinen sind zwei weitere Züge möglich, so das auf drei Karten jeweils ein Stein zum Stehen kommt.
Wer keine Einflußsteine mehr im eigenen Vorrat hat, der kann mit den gleichen Einflußkarten, statt Steine einzusetzen (bis zu 2 oder bis zu 3), die entsprechende Anzahl auch aus dem allgemeinen Vorrat zu sich nehmen.
So geht es reihum, bis jeder Spieler alle bis auf eine von seinen Einflußkarten verbraucht hat. Die letzte Karte (es muß nicht zwingend die fünfte sein, da man während des Spieles durchaus mehr Einflußkarten auf die Hand bekommen kann) wird nicht benutzt und wird abgeworfen.
Die benutzten Karten werden zusammen mit den unbenutzten Karten gemischt und stellen für die nächste Runde den neuen Talon.

Phase 3
Nun wird ausgewertet welcher Spieler was bekommt. Grundsätzlich haben Mehrheiten den Vorrang. Allerdings können Spieler die keine Mehrheiten bei den entsprechenden Personen haben, diese mit Louisdor bestechen.
Wer bestechen muß darf seine eingesetzten Einflußsteine danach wieder in den eigenen Vorrat legen, wer die Mehrheit hat bekommt die entsprechende Ausschüttung zwar umsonst, die Steine wandern aber in den allgemeinen Vorrat und stehen in der nächsten Runde ersteinmal nicht zur Verfügung.
Die dritte Möglichkeit setzt keine Mehrheit voraus sondern eine Mindestanzahl an Einflußsteinen die eingestzt werden muß. Hat man diese, bekommen alle Beteiligten ihre Ausschüttung.
Ist Louis der XIV. auf der betreffenden Personentafel als Figur vorhanden, gibt es für den erstplatzierten Spieler eine Sonderausschüttung.
Louis wird danach ersteinmal wieder vom Spielfeld genommen. Nach und nach werden also alle Personentafeln abgearbeitet und alle Spieler bekommen ihre erkämpften Belohnungen.
Die Intrigenkarte(n) können, durch zusätzliches einsetzen von Einflußsteinen, während der Wertungsphase noch einmal Mehrheiten kippen. So kommt noch ein wenig Pfeffer in die Suppe.

Phase 4
Haben alle ihre Ausschüttungen erhalten, wird nun versucht möglichst viele Missionskarten auszuspielen. Hierzu werden die geforderten Missionschips abgelegt und die nun so "bezahlte" Missionskarte offen auf den Tisch gelegt. Diese Karten bleiben bis zum Spielende aktiv. Sie können von nun an, müssen aber nicht, eingesetzt werden.
Hat man nicht die passenden Missionschips zur Hand (Zepter, Helm, Ring, Brief) helfen uns die Kronenchips als Joker weiter. Sie ersetzen jeden beliebigen anderen Missionschip.
Hat man eine Missionskarte ausgelegt darf man sofort eine beliebige neue Karte nachziehen und, wenn es geht und man möchte, auch diese gleich wieder ausspielen. In jedem Falle hat man zum Abschluß immer wieder zwei Missionskarten auf der Hand.
Missionschips die man nicht einsetzen konnte kommen zurück in die Ablage (Tischmitte). Nur ein Chip darf in die nächste Runde mitgenommen werden.
Für alle Chips die man ablegen mußte nimmt man sich ein verdecktes Wappen. Diese bleiben aber verdeckt bis zum Schluß liegen.

Ziel des Spieles...
Die Wappen sind zum Schluß unsere eigentlichen Siegpunktezähler. Am Ende der vierten Runde wird alles was die Spieler besitzen (außen den ausliegenden Missionskarten), nach einem Wertesystem, in Wappen umgetauscht.
Da es 6 verschiedene Wappensorten gibt, werden jetzt alle Wappen umgedreht und für jede Sorte die Mehrheit bestimmt. Alle Spieler die die Mehrheit einer Sorte halten, bekommen nun nochmals ein Wappen dazu.
Anschließend werden alle Wappen (diese haben einen Siegpunktwert von 1) und die ausliegenden Missionskarten (diese haben einen Siegpunktwert von 5) zusammenaddiert. Der höchste Wert gewinnt.


Fazit
Das Ganze hört sich auf Anhieb sicher ersteinmal sehr verzwickt an. Aber spätestens nach der ersten Runde hat man den Ablauf intus. Was mich immer wieder bei solchen Spielen stört ist, das der Kartentext meist nicht eindeutig ist und so immer mal wieder nachgelesen werden muß. Zum Glück ist jede Karte aber ausführlich im Regelheft beschrieben und so bleibt es meist nur ein kleiner Zwischenstop im Spiel.
Die Spielregel läßt keine Fragen offen, wenn auch der Einstieg ein wenig schwer fällt. Bei komplexen Spielen ist das aber nicht zum umgehen. Für geübte Spieler dürfte das aber kein Problem sein. Gelegenheitspieler sollten die erste Runde mit dem Regelheft meistern. Beispiele erläutern ausführlich bestimmte Spielzüge und helfen in jedem Falle weiter.
Vom Grübelfaktor reicht Louis nicht ganz an "Puerto Rico", aus gleichem Hause, heran. Macht aber genauso viel Spaß und ist leichter zu durchschauen.
Unter Strich bin ich von diesem Spiel begeistert und allen die Strategiespiele lieben, sei es empfohlen.
Tester
Wertung
Immo
Mario
Robert
Achim
Schlüssel: 6 = optimal / 1 = Flop

Gesamtnote: 5,25

Kommentare
- keine