Spielziel
Aus wenig Startkapital durch cleveren Wetteinsatz so viel wie möglich Geld machen und zum Wettkönig des Abends werden.
Vorbereitung
Zuerst wird der Spielplan optimal für alle Mitspieler positioniert.
Zugegebenermaßen ist der Spielplan, sowie der Rest des Spieles, alles andere als schön. Entsprechend seinem Herstellungsdatum, hat die grafische Gestaltung nach heutigen aktuellen Maßstäben eher den Charme eines Schwarz-Weiß-Fernsehers in Zeiten von Plasmageräten.
Aber wir wollen uns ja nicht von Äußerlichkeiten abhalten lassen.
Neben dem Spielplan enthält die Spielschachtel noch einen Satz Karten, Spielgeld, Tipscheine und natürlich die Pferde.
Die Pferde werden an den Start gebracht. Es sind vier komplett jeweils einfarbig bemalte Zinnfiguren in den Farben Rot, Braun, Gelb und Blau.
Jeder Spieler erhält 1000 Startkapital (1X500, 5X100) und, abhängig von der Spielerzahl, Handkarten. Wir spielen zu viert, also 10 Karten.
Sollten diese Karten wider Erwarten nicht reichen, bekommt jeder Spieler zwei Karten nachgereicht.
Jetzt kann das Spiel beginnen.
Das Spiel
Bevor es richtig losgeht müssen wir aber erst noch den Wetteinsatz tätigen.
Hierzu sollten wir das Spielprinzip näher betrachten.
Aus diversen Spielesammlungen sind uns Pferderennen ja schon bekannt. Da hatte jeder ein Pferd und wer den besten Würfel hatte war Sieger.
Bei "Jockey" gehört jedoch niemandem ein Pferd. Welches als Erstes durch Ziel kommt hängt von den Karten ab, die wir auf der Hand halten. Die Karten beziehen sich z.B. auf die Farbe des Pferdes. D.h. schon an der Farbe der Karte erkennen wir welches Pferd wir damit bewegen können, logisch.
Es gibt aber auch neutrale Karten. Diese beziehen sich ausschließlich auf die aktuelle Reihenfolge der Klepper. So kann da z.B. sinngemäß stehen: "ziehe das Pferd das auf Position drei steht 20 Felder nach vorn".
So, das merken wir uns mal kurz.
Wir nüssen ja nun wetten, um die Siegpunkte (sprich: das Geld) zu bekommen.
Es gibt drei verschiedene Varianten wie ich meine Wette tätigen kann:
1. Ich setze einen Betrag X auf Sieg
Das ausgewählte Pferd schafft es und ich bekomme den dreifachen Einsatz wieder.
2. Ich setze einen Betrag auf Platz
D.h. ich entscheide mich für ein Pferd und sage (durch die Platzwette) das es unter den ersten beiden Pferden einlaufen muß. Schafft es das Pferd, erhalte ich den einfachen Betrag als Gewinn.
3. Ich wette Pferd "X" auf Sieg und Pferd "Y" auf Platz (also auf den zweiten Platz).
Laufen die gewetteten Gäule so ein, bekomme ich das Vierfache von meinem Gesamteinsatz ausbezahlt.
Gelingt das nicht aber das auf Platz gewettete Pferd kommt trotzdem auf Platz eins oder zwei durch Ziel, habe ich zumindest den einfach Einsatz wieder raus.
So und nun wieder zu den Handkarten. Wie oben gesagt, gibt es verschiedene Sorten. Vier für jede Farbe und eine neutrale Sorte.
Je höher der Anteil an Karten von einer Farbe auf meiner Hand, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit das dieses Pferd, welches somit logischerweise nun mein Favorit ist, als Erster oder Zweiter die Ziellinie erreichen wird.
Dementsprechend werde ich also auch wetten. Natürlich haben alle anderen Spieler auch ihre bevorzugten Farben. Aber da kommen ja noch die neutralen Karten ins Spiel. Mit denen kann ich "Farbkarten-schonend" mein Pferdchen auch nach vorn bewegen.
Da diese Karten sich aber in der Regel auf die aktulle Reihenfolge beziehen, kann oder muß man sein Pferd auch mal nach hinten fallen lassen oder einen anderen Klepper an ihm vorbeiziehen, um die neutrale Karte spielen zu können.
Das hat übrigens auch den Vorteil, das die Mitspieler dadurch meist lange im Unklaren darüber sind, welches Pferd man selbst favorisiert.
Und dadurch entsteht die Spannung im Spiel. Die einzelnen Karten können durchaus selbst abgeschlagene Kontrahenten wieder zurück ins Spiel bringen. Nach dem Motto: "Totgeglaubte laufen länger (und holen wieder auf) ".
Wir haben einen Durchgang mit 6 Rennen absolviert. Waren die ersten beiden Rennen noch ziemlich locker, Gewinne und Verluste hielten sich die Waage, so wurde dann zum Schluß schon deutlich mehr gewagt. Auch das Stimmungsbarometer ging deutlich nach oben.
Nicht selten haben sich packende Entspurts ergeben, wobei der vermeintliche Sieger doch noch eingeholt wurde. |
Fazit
"Jockey" ist keine Augenweide. Deshalb auch eine gewisse Abwertung. Das Spiel weiß aber durchaus zu fesseln.
Es zaubert trotz allem Rennbahnfeeling in die vier Wände. Wer solche Spiele mag, wird nicht enttäuscht sein. Alle anderen können sich einer Proberunde ruhig anschließen. Auch Familienrunden können sich angesprochen fühlen. Allerdings ist das Thema Pferdewetten für Kinder vielleicht nicht ganz so glücklich.
Das Spiel ist schnell aufgebaut und die Regel ist einfach und schnell erklärt.
Die Anzahl der Rennen kann frei gewählt werden, so kann man den zeitlichen Rahmen sehr gut bestimmen.
Obwohl das Spiel schon ab 2 Spieler gespielt werden kann, würde ich Runden von 4 bis 6 Spieler empfehlen. Da liegt sicher mehr Spannung und Stimmung in der Luft.
Alles in allem, das Spiel funktioniert und darauf kommt es an! |