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Die Spieletests

Der Herr der Ringe
Ein Spiel von
Reiner Knizia
aus dem "Kosmos Verlag"
für 2-5 Spieler

60-90 min.
ab 10 Jahre






Testbericht


"Der Herr der Ringe", das muß man vorwegnehmen, ist kein einstiegsfreundliches Spiel. Auch wenn die Beschreibung realtiv kurz ist und die reichhaltige Bebilderung den Eindruck vermittelt: "Das ist schnell geschafft", so stolpert man am Anfang doch über den ein oder anderen Punkt. So war z.B. der Spielmechanismus bzw. der Rundenablauf lange Zeit nicht ganz klar.
Auch die Bedeutung mancher Karten offenbaren sich nur mühsam, sowie die Möglichkeiten die ein Spieler während seiner eigenen Runde eigentlich hat.
Sind diese Hürden aber erstmal gemeistert, ist HdR ein sehr atmosphärisches Spiel.
Es ist einerseits abstrakt genug, um auch Spielern zu gefallen die weder die Bücher noch die Filme kennen. Andererseits sind für alle Eingeweihten, alle Orte und Figuren grafisch sehr gut in Szene gesetzt und Mittelerde wird gekonnt zum Leben erweckt.

Gespielt wird auf dem "Hauptspielplan" und dem jeweiligen "Abeuterspielplan". Der "Hauptspielplan" liegt während des gesamten Spieles am oberen Rand der Spielfläche aus. Er zeigt den jeweiligen Aufenthaltsort der Hobbits an (nur diese werden von den Mitspielern geführt) und enthält an bestimmten Orten auch Anweisungen für die "Gefährten". Außerdem befindet sich auf diesem Plan auch noch die Aktionsleiste. Diese zeigt den Status der Gruppe an. Soll heißen, wie weit der einzelne Hobbit der Finsternis, also Sauron, verfallen ist. Am linken Ende der Aktionsleiste (im Licht) starten die Hobbits, am rechten Rand (in der Finsternis) Sauron. Erreicht Sauron den Ringträger während des Spieles irgendwann einmal, endet das Spiel sofort. Erreicht er einen "normalen" Hobbit wird dieser aus dem Spiel genommen.
Direkt unter dem Hauptspielplan wird der Abenteuerspielplan ausgelegt. Der "Abenteuerspielplan" ist der Ort an dem es für die Hobbits ernst wird. Hier müssen die einzelnen Abenteuer bestanden werden. Auf dem Abenteuerspielplan werden bis zu fünf Kegel platziert, oberhalb der Ereignistafeln (welche sich stets am linken Rand des Plans befinden) und am Anfang der einzelnen Abenteuerleisten.
Diese können sein: Versteck, Kampf, Freundschaft und Reise. Eine von diesen ist stets die Hauptschlagader, der eigentliche Weg zum "Schicksalsberg". Hier sehen wir auch immer den aktuell erreichten Punktestand der Gruppe. Die anderen sind Nebenschauplätze. Jedoch erwarten hier die Gruppe meist besondere Boni. Dazu gleich mehr.

Ablauf einer Spielrunde:
- Ziehen und umdrehen des obersten Ereignisplätchens
. Diese sind der Motor des Spieles. Dreht man ein "Ereignis" um, wird der Kegel am linken Rand ein Ereignis weiter nach unten bewegt und das Ereignis tritt auch sofort ein. Ereignisse sind generell gut für Sauron und nur selten für die Hobbits. Darum sollten sie, wann immer möglich, vermieden werden. Entweder das man durch geeignete Aktionen versucht sie zu verhindern oder das man so schnell als möglich auf der "Hauptschlagader" weiter zieht.
Die Ereignisplätchen werden vom jeweils ausführenden Spieler solange umgedreht bis ein Versteck-, Freundschaft-, Reise- oder Kampfsymbol kommt. Ist das der Fall wird auf der entsprechenden Leiste der Kegel um ein Feld weitergezogen. Sollte das Symbol nicht vorhanden sein, wird (aber nur in diesem Fall) eine beliebige Leiste ausgesucht und der Zug dort angebrcht.
Ist der Zug des Ereignisplättchens erfolgt kann sich der Spieler entscheiden..., entweder zwei Karten ausspielen und auf den entsprechenden Leisten voranziehen oder zwei Karten nachziehen, um die Kartenhand aufzufüllen oder mit seinem Hobbit ein Feld ins Richtung Licht zurück ziehen (Hauptspielplan; die Aktionsleiste).
Hat man sich entschieden, ist der nächste Hobbit an der Reihe und führt seine Runde ebenso aus. So weit so gut. So geht´s von Abenteuerspielplan zu Abenteuerspielplan. Zwischendurch gilt es noch einiges aufzusammeln und sich seiner Haut zu erwehren. Schilde helfen Gandalf zur Hilfe zurufen, d.h. ein Spieler muß 5 gesammlte Schilde dafür abgeben. Lebensplättchen (3 Sorten sind im Spiel: Ring, Sonne, Herz) helfen den Hobbits unbeschadet durch´s jeweilige Abenteuer (-plan) zu kommen. Für jedes fehlende zieht man am Ende des Abenteuers ein Feld auf obriger Aktionsleiste in Richtung Sauron. Bonuskarten haben meist eine höhere Zugweite oder haben eine besondere Fähigkeit (gelbe Bonuskarten). Treten Ereignisse ein o.ä. kann vom jeweiligen Spieler auch ein Wurf mit dem Würfel verlangt werden.

Würfelergebnisse wären:
- Der jeweilige Hobbit zieht auf Sauron zu (ein Feld oder zwei Felder)
- Der Ringträger zieht auf Sauron zu
- Sauron zieht in Richtung Gruppe
- Zwei karten abgeben
oder nichts.

Und dann ist da auch noch der Ring, mit dem man während des Spieles versuchen kann schneller voranzukommen oder gefährliche Felder zu umgehen. Usw. usw. ...

Fazit: Man sieht, da steckt einiges hinter.
Tja und wie eingangs schon erwähnt, wird das viele abschrecken. Das Spiel als solches ist meines Erachtens sehr empfehlenswert. Gerade das kooperative Element macht Spaß. Allerdings braucht man einiges an Einarbeitungszeit. Viele Möglichkeiten erschließen sich sehr spät.
Man solllte die Ereignisse auf den einzelnen Abenteuerspielplänen vor Antritt des Abenteuers durchgelesen und verstanden haben. Ebendso wichtig ist die Verinnerlichung der Spezialfähigkeit des eigenen Charakters, sowie die Kenntnis über die Möglichkeiten die die Gandalfkarten bieten.

Mein Tip: Wenn möglich, unbedingt zur Probe spielen.

Achtung! Hier gibt´s eine Spielhilfe als PDF-File.