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Elasund |
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Ein Spiel von
Klaus Teuber
von "Kosmos"
für 2-4 Spieler
ca. 60 min.
ab 10 Jahre
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| Testbericht
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Elasund
Ungewollt und doch gekauft. So könnte der Untertitel zu diesem Spiel lauten. Nach eher mäßigen Spielen wie "Anno 1503" und "Candamir", war mir eigentlich vorläufig nicht nach Klaus Teuber.
Sicher sind die eben genannten Spiele nicht die schlechtesten, nein eigentlich sogar eher gut. Doch der Wiederspielreiz hält sich in Grenzen. Irgendwie fehlte mir der entscheidene Funke.
Eigentlich brauchte ich also kein neues Brettspiel für´s Regal.
Der Spielbericht in der "Spielbox" ließ mich dann aber doch das Spiel in meinen Einkaufskorb legen. Und ich muß sagen, ich habe es nicht bereut.
Vorbereitung
Schon beim Öffnen des Kartons fühlt man sich gleich zu Hause. Die Grafik wirkt sehr gefällig und irgendwie weiß man, dass man sich im Catan-Universum befindet. Die Spielregel umfasst ledilich 6 A4-Seiten. Das ist nicht viel und man vemutet einen schnellen Einstieg. Allerdings wirkt das Ganze ein wenig undurchsichtig, so braucht man dann doch ein paar Augenblicke mehr, um das ganze zu durchschauen.
Allerdings nahm ich eine kleine Abkürzung zum Verständnis des Spieles. Denn
zum Glück gibt es ja das Internet, so konnte ich die "Prof. Easy Online-Anleitung" nutzen. Diese präsentiert ein Schau-Spiel (für zwei). So bekommt man schnell das Gefühl für einen normalen Rundenablauf, wenn auch leider ohne Ton.
Wer bis zum Schluß durchhält, bekommt eine Kurzspielanleitung zur Belohnung, als PDF-File zum ausdrucken. Fragt sich nur, warum diese Ausführung nicht direkt für das Spiel genutzt wurde. Die beiliegenden Hilfen sind nämlich nicht ganz so ausführlich.
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Der Packungsinhalt ist reichlich. Jeder Spieler bekommt viele kleine Pappstanzteile und noch einiges mehr. Da wären die...
- 5 Baubriefe im Wert von 0 bis 4
- 4 Gebäude (3 X 2er, 1 X 1ner)
- 9 Stadtmauerteile
außerdem
- 10 Siegpunktsteine
- 1 Zählstein für die erworbenen Handelspunkte
- 3 Goldkarten
- 1 Machtkarte
und die erwähnte Kurzspielübersicht
Bereitgelegt werden zwei Kartenstapel. Der Eine besteht nur aus Gold-Karten, quasi unser Spielgeld. Der Andere enthält verdeckt Machtkarten, in drei verschiedenen Farben.
Zusätzlich zum eigenen "Grund"-Gebäudepool werden neutrale Gebäude, die von allen Spielern verbaut werden können, neben dem Spielbrett in Stellung gebracht.
Fehlen nur noch die Teile der, später im Spiel zu bauenden, Kirche. Auch diese werden verdeckt platziert.
Das Spiel
...lässt uns zusammen die Stadt Elasund errichten. Allerdings stehen wir im direkten Wettbewerb zueinander. Wer zuerst 10 Siegpunktsteine auf dem Spielbrett verteilt hat, trägt den Sieg davon.
Wir bauen auf...
Vor uns wird die noch unbebaute Stadtfläche ausgelegt.
Die Karte ist eingenordet. Das wird im späteren Verlauf noch wichtig sein. Vom Osten her wird die Stadt durch das Meer begrenzt. Hier kommt eins der wichtigsten Spielelemente ins Spiel, das Schiff. Außerdem wird die Stadt von einer, im Moment erst rudimentär vorhandenen, Stadtmauer begrenzt. Je nachdem wieviel Spieler teilnehmen, wird die Mauer weiter oder enger um die Stadt errichtet. Die einzelnen Mauerteile sind ebenfalls Teil unseres Bauvorhabens.
Innerhalb der Stadtmauer errichten wir schließlich die Stadt.
Die Gebäude haben unterschiedliche Größen (sie belegen 1, 2, 4 oder 6 Felder) und haben einen nach Norden zeigenden Pfeil.
Um die Gebäude bauen zu können, müssen aber erst Baubriefe auf die entsprechenden Felder ausgelegt werden. Baubriefe dürfen jedoch nur in jener Reihe ausgelegt werden, die durch das Schiff an der Ostseite markiert wird. Wahlweise kann man aber auch durch die Abgabe von drei verschiedenfarbigen Machtkarten, Baubriefe beliebig auf dem Spielfeld einsetzen. In jedem Falle kosten die Baubriefe aber Geld und müssen dementsprechend auch noch in Gold bezahlt werden. Der (Kaufpreis) Wert ist auf dem Baubrief vermerkt.
Dieser Wert legt auch gleich die Wertigkeit des BB fest. Denn man sollte wissen, dass man zum Errichten eines Gebäudes auch fremde BB nutzen kann. Allerdings nur dann, wenn der Gesamtwert meiner ausliegenden BB, natürlich nur dort wo ich bauen möchte, höher ist als der der Mitspieler. Nutze ich diese, muß ich den Wert der gegnerischen BB allerdings in Gold ausbezahlen.
Wie es zu damaliger Zeit Usus war, kann auch noch eine Kirche errichtet werden. Diese erstreckt sich über 9 Felder im Quadrat. BB sind dafür aber nicht gefordert. Jedes Teil der Kirche kostet 7 Gold und ist einen Siegpunkt wert.
Auch die oben schon erwähnte Stadtmauer wird Stück für Stück erweitert. Der Kaufpreis liegt hier bei 2 bzw. 4 Gold. Die Satdtmauer hat aber in diesem Spiel nicht den Zweck die Satdt zu verteidigen. Eher sollte man sie als zusätzliche Einnahmequelle betrachen oder auch als Siegpunktelieferant.
In regelmäßigen Abständen verbaut man Mauerteile mit Wachtürmen. Diese sind in jedem Falle einen Siegpunkt wert und können zusätzlich Karten in die eigenen Hand spülen, wenn man eine 7 Würfelt und das Schiff sich in einen Piraten verwandelt.
Zudem können sie schon beim Bau zusätzliche Machtkarten bedeuten.
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Der Spielverlauf
... besteht aus vier Phasen.
1. Würfeln
Keine 7? Das Schiff wird in die entsprechende Reihe am rechten Rand bewegt. Je nachdem ob und welche eigenen Gebäude diese Reihe bedecken, gibt es Nachschub für die Kartenhand in Form von Macht- und/oder Goldkarten.
Eine 7? Das Schiff wird in eine beliebige Reihe versetzt. Alle Siegpunkte die sich in dieser Reihe auf dem Spielbrett befinden, müssen mit Karten aus der jeweiligen Kartenhand "bezahlt" werden.
2. 1x bzw. 2x bauen
Es können geiche oder unterschiedliche Gebäudetypen gebaut werden. Hierbei überbauen große kleine Gebäude. Gleichgroße Gebäude können nur dann überbaut werden, wenn man zusätzlich drei gleichfarbige Machtkarten abgibt.
3. Baubrief ensetzen oder 2 Gold nehmen
In die vom Schiff markierte Reihe kann man nun einen Baubrief einsetzen. Ist diese besetzt an eine angrenzende Reihe. Mit Abgabe von 2 gleichfarbigen Machtkarten, kann der Baubrief beliebig auf dem Brett gelegt werden.
Möchte oder kann man keinen BB platzieren, nimmt man wahlweise 2 Gold.
4. Eine Bonusaktion ausführen
Zum Abschluß der eigenen Runde kann man noch eine von vier Bonusaktionen ausführen:
- BB versetzen; mit Abgabe von zwei gleich farbigen Machtkarten kann ein eigner BB auf dem Spielfeld versetzt werden
- BB aufwerten; mit Abgabe von
zwei gleich farbigen Machtkarten kann ein eigener BB aufgewertet werden. Der Differenzbetrag muß allerdings bezahlt werden
- einen zusätzlichen BB einsetzen; Abgabe von drei verschiedenfarbigen Machtkarten und Gold in entsprechender Höhe
- bei Abgabe von drei verschiedenfarbigen Machtkarten kann man sich stattdessen 2 Gold nehmen
Kritik:
Wo soll ich nun anfangen? Meines Erachtens ist "Elasund" der zweite große Wurf nach den "Siedlern". Ob der Vergleich standhält, wird sich nach einigen weiteren Spielen zeigen.
Selbst "Löwenherz" (ein durchaus gelungenes Spiel) würde ich schwächer einstufen. Das liegt aber eher daran, dass für meinen Geschmack bei einem Strategiespiel die Zufälligkeit der spielbaren Karten zu hoch ist und damit die eigenen Taktik meist nur schwer zum Tragen kommt.
"Elasund" brilliert durch die Möglichkeit, die eigene Spielstrategie während der Partie immer wieder anpassen zu können. Wer bei den "Siedlern" einen schlechten Start hat und auch noch ungünstig postiert ist, hat meist keine Chance mehr, das Spiel noch rumzureißen.So gesehen macht "Elasund" sogar mehr Spaß.
Auch ist es Herrn Teuber gelungen, zwar am alten Spielprinzip festzuhalten (Nachub an Karten durch würfeln von 2-12), aber auch eher uninterressante Reihen, bedingt durch bestimmte Zahlen die weniger oft gewürfelt werden, durch die "Mühlenfelder" in umkämpfte Gebiete zu verwandeln. Denn bebaute "Mühlenfelder" werden auf einer Leiste extra gezählt und bringen in bestimmten Zähl-Abständen ebenfalls Siegpunkte.
Der Pirat, alias der Räuber, ist auch wieder mit dabei. Aber anstatt nur zu blockieren und andere zu schädigen, bringen eigene Wachtürme in der Stadtmauer entsprechend viele Karten von dem Raubzug auf die eigene Hand.
Die Kirche verdrängt gnadenlos alle Gebäude und kann selbst nicht überbaut werden. Hier heißt es den Grundstein geschickt auszulegen. Denn alle anderen Kirchenplättchen orientieren sich am ersten Plättchen, das ins Spiel gebracht wird. So kann man Mitspieler geschickt vom Spielzentrum verdrängen. Und wer sich auschließlich auf die Kirche stürzt, würde theoretisch allein schon dort 9 Siegpunkte schaffen.
So muß jeder Spieler an allen Fronten wachsam sein. Allein dadurch ist man schon immer am Spiel beteiligt. Langeweile kommt also nie vor.
Einzig die Spielregel wirkt nicht ganz überzeugend. Hier würde ich die Online-Anleitung "Dr. Easy" eher empfehlen.
Hier nun ein kleines Paradoxon: Alle die diese Kritik lesen können, können rein theoretisch auch "Dr. Easy" nutzen, da sie ja scheinbar Internetanbindung haben. Alle anderen zwar nicht aber werden sie je davon erfahren? ;-)
Fazit:
Der etwas schwere Einstieg und die Tatsache das auf vieles im Spiel geachtet werden muß, lässt die Vermutung zu, das Wenigspieler bzw. Familien eher abgeschreckt werden könnten. Aber auch all diesen sei angeraten es trotzdem zu probieren. "Elasund" liegt für mich (uns) deutlich über dem Durschnitt und gehört in jede Sammlung.
Denn, auch wenn es vielleicht etwas kompliziert wirkt, so hat man den Rundenablauf schnell drin. Und selbst, wenn man mal die Gegenspieler aus den Augen verliert, so hat man aber nie den Eindruck an irgendeiner Stelle überfordert zu sein.
Auch die Spielzeit, die irgendwo zwischen 60 und 90 Minuten liegt, geht i.O.. Letzteres liegt aber eher daran, das man die vorrückende Zeit eigentlich garnicht so war nimmt. Man ist ebend ins Spielgeschehen involviert. Was will man mehr?
Wenn die letzten Spiele von Klaus Teuber von mir auch noch immer irgendwie den "Siedler"-Bonus bei der Wertung mit dazu bekamen, kommt dieses Spiel gänzlich ohne diesen aus!
Kaufempfehlung! Für mich wäre es ein "Spiel des Jahres"-Kanditat.
Nur Eines würde ich mir vielleicht von Herrn Teuber wünschen. Mal etwas völlig Neues.
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Tester |
Wertung |
Immo |
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Mario |
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Robert |
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Achim |
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Schlüssel: 6 = optimal / 1 = Flop
Gesamtnote: 5,75
Kommentare
- keine |
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