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Die Spieletests

 

Antike

Ein Spiel von
"EggertSpiele"

für 2-6 Spieler
ca. 90-120 min.
ab 12 Jahre

Testbericht

Antike
... ist ein reines Strategiespiel. Auf Glückselemente, in Form von Karten ziehen oder würfeln, wurde hier konsequent verzichtet. Leider auch auf Handeln.

Worum gehts?
Jeder Spieler soll seine Zivilisation erblühen lassen. Allerdings gehts hier nicht, wie so oft, ums Planen - Ziehen - Kämpfen, sondern wirklich ums Entwickeln seines Völkchens.
Hierbei werden drei Ressurcen genutzt (Eisen, Mamor, Gold) und ein universelles Zahlungsmittel in Form von Münzen.
Aus Eisen werden Truppen, aus Mamor entstehen Tempel und mit Gold erkauft man sich Fortschritt.
Als Belohnung für die eigene Entwicklung winken antike Persönlichkeiten in Form von Königen, Gelehrten, Feldherren usw.. Diese wandern als Karten in den Besitz der Mitspieler und stellen gleichzeitig die Siegpunkte dar.
Bei z.B. vier Mispielern braucht man neun dieser Karten = 9 Siegpunkte.
Doch man sollte sich sputen, denn die Anzahl der Karten ist natürlich jeweils begrenzt und wer zuletzt kommt geht leer aus.

Vorbereitung
Als erstes muß man sich schon bei der Wahl des Szenarios entscheiden. Der Spielplan ist beidseitig bedruckt, auf der einen Seite in deutsch (mehr Seegebiete,) auf der anderen in englisch (mehr Landgebiete).

Jeder Spieler erhält:
- 17 Galleren
- 17 Legionen
- 25 Stadtsteine
- Anfangskapital: 1 Eisen, 2 Mamor, 3 Gold

Bereitgelegt werden die antiken Persönlichkeiten (nach Sorten getrennt), die Universalwährung (Münzen), der Rest an Ressourcen (Eisen, Marmor, Gold) und die später ins Spiel kommenden Tempel.

Stadt, Legion, Gallere, Tempel antike Persönlichkeiten als Siegpunkte

Spielziel
... ist, wie oben erwähnt, der Gewinn von antiken Persönlichkeiten. Diese erhält man durch den Kauf von Fortschritten, für den Bau von je 5 Städten, für den Bau von je 3 Tempeln, das Befahren von je 7 Meeresgebieten und für jeden zerstörten Tempel.
Je nach Spielerzahl ist die geforderte Siegpunktzahl unterschiedlich.

Das Spiel
Jeder Spieler besetzt drei Startstädte mit den dafür vorgesehenen Stadtsteinen. Dazu sollte man wissen das jede Provinz mit einer darin errichteten Stadt Ressourcen produziert.
Jede der Startstädte (und auch alle anderen Städte auf dem Spielplan) produziert eine von den drei oben erwähnten.
Motor des Spieles ist ein Rundell in der rechten oberen Spielplanecke. Jeder Spieler setzt dort einen Spielstein ein. Das erste Einsetzen erfolgt auf eine beliebige Stelle.
Danach gilt folgende Einschränkung: Den Spielstein 1 - 3 Felder weit setzen ist kostenfrei, darüber hinaus wird für jedes Feld eine Ressource verlangt. Ersatzweise auch eine Münze. Fehlende Ressourcen können generell durch Münzen ersetzt werden.
Das Rundell Das Spielbrett in Aktion

Das Rundell besteht aus 8 Feldern. Wobei sich die Felder der Ressourcenproduktion und die Felder zu deren Verwendung direkt gegenüberliegen. Optisch getrennt durch zwei sich ebenfalls gegenüberliegende Manöver-Felder.
Die Manöver-Felder kommen zum Einsatz, um ausgehobene Truppen (Galleren und Legionen) zu bewegen .
Doch zurück zum Rundell. Da sich die "Produktions-" und deren "Verwendungsfelder" gegenüberliegen, heißt ein direktes Verwerten produzierter Ressourcen in der nächsten Runde, ein Weiterziehen um 4 Felder. Also geben wir eine Ressource dafür ab.
Hört sich nicht teuer an.
Da man aber gerade in der Aufbauphase jeden "Cent" braucht, wird man aber eher selten weiter als drei Felder ziehen.

Hier vielleicht kurz etwas mehr zum Spielrundenablauf
Die Spielrunde gestaltet sich so:
1. eine Münze aus der Bank erhalten (so´ne Art "Gehe über Los")
2. Den Spielstein auf dem Rondell zur gewünschten Aktion bewegen
(Also eine von drei Ressourcen produzieren oder eine von drei Resourcen verbrauchen oder eines von zwei Manöverfeldern nutzen.)

Danach können noch beliebig viele Städte gegründet werden.
Kosten pro Stadt: 1 Eisen, 1 Marmor, 1 Gold
Allerdings muß man in der betreffenden Provinz mindestens eine Truppe (Gallere, Legion) zu stehen haben.
Sollte man am Ende der Runde Bedingungen zum Erwerb von antiken Persönlichkeiten (= Siegpunkte) erfüllt haben, bekommt man diese nun ausgehändigt.

Was kann man nun genau mit den Ressourcen anstellen?
Eisen:
Dieses wird benötigt, um die oben schon erwähnten Truppen auszuheben. Einerseits kann man mit diesen Truppen die eigenen Provinzen schützen, andererseits zieht man in andere städtelose Provinzen, um dort eine Stadt gründen zu können. Allerdings kann man andere Provinzen (auch mit Städten und Tempeln bebaute) kriegerisch übernehmen.
Wobei noch eimal erwähnt werden sollte, das der Kampf untereinander eher ein Nischendasein fristet.
Übrigens können im gleichen Spielfeld Truppen verschiedener Spieler stehen, ohne das zwingend ein Kampf ausbricht. Dieser muß ausdrücklich erklärt werden.

Mamor:
Ermöglicht den Bau von Tempeln, Voraussetzung:Stadt.
Tempel erhöhen die Produktion der Städte von 1 auf 3 Einheiten. Gleichzeitig erhöht ein Tempel im Kampffall den Verteidigungswert einer Stadt auf 3.
D.h. eine Stadt ist mit einem Tempel schwerer zu übernehmen und produziert gleichzeitig mehr Ressourcen.
Durch diese Produktionserhöhung gewinnt man als Spieler bzw. natürlich auch das ganze Spiel erheblich an Dynamik.

Gold:
Gold dient ausschließlich zum Vorantreiben des Fortschritts. Auf der linken unteren Spielplanecke haben wir eine doppelzeilige vierspaltige Fortschrittstabelle.
Die erste und die zweite Zeile gehören jeweils zusammen und stellen zwei Stufen eines Fortschritts dar.
Rad - Straßen (Legion: Manöver +1 bzw. +2)
Segeln - Navgation (Galleren: Manöver +1 bzw. +2)
Markt - Währung (Ertrag Städte +1 bzw. +2)
Monarchie - Demokratie (Verteidigung +1 bzw. +2)

Die Fortschritte werden mit dem produziertem Gold erkauft. Wer zuerst kommt bezahlt dieses Privileg zwar teuer, erhält aber auch dafür eine antike Persönlichkeit (Siegpunkt).
Nachzügler kommen deutlich günstiger in den Genuss der Fortschritte, allerdings aber auch ohne Siegpunkte zu erhalten.
oben rechts die Fortschrittszabelle grübel, grübel ...
Was sind nun Manöver?
Zum Anfang kann man, wenn man auf das Feld Manöver zieht, genau eine Aktion durchführen. Entweder man zieht mit einer Einheit ein Feld weiter und kann sogar noch in einer Provinz einen Kampf gegen die Provinztruppen austragen oder man führt ein Eroberungsmanöver durch. Bei diesem wird um eine Stadt gekämpft. Zur Unterstützung der Stadt wird alles aufgeboton was "Beine hat". Die Sadt selbst hat einen Verteidigungswert von 1, mit Tempel 2. Alle Truppen die in dieser Provinz stationiert sind zählen je 1. Nur bei Eroberungsmanöver treffen auch Legionen und Galleren aufeinander.
Ansonsten wird nur "Sortenrein" gekämpft.
Das Kampfsystem kommt ohne Würfel aus. Truppen werden 1 zu 1 abgetauscht. Kurz und gut. Allerdings dürfen Eroberungen nur durchgeführt werden, wenn man den Kampf auch wirklich gewinnt. Ein Gleichstand reicht hier aber schon aus. Für mich zumindest fragwürdig. (Das ist in etwa so, wie wenn beim Boxen beide Fighter zu Boden gehen und der mit den blauen Schuhen gewinnt.)
Die Truppen werden dann entfernt, die fremden Tempel abgerissen und der Stadtstein durch einen eigenen ersetzt.
Durch die Fortschritte für Legionen und Galleren kann man bis zu drei Manöver ausführen.Das erhöht deutlich die Reichweite und bringt bei strategischen Kämpfen auch einige Überraschungsffekte. Zumal man vor Eroberungsmanövern auch noch vorher direkt die Truppen in der Provinz angreifen kann, um die Verteidigung der Stadt zu schwächen.

Fazit

"Antike" ist ein schnell zu erlernendes Spiel. Die Materialfülle ist enorm, die Spielregel fast perfekt. Hervorzuheben sind die auf dem beidseitigen Spielplan untergebrachten zwei Szenarien.
Mittlerweile haben sich kleine Spielhilfen durchgesetzt, so auch hier.
Eigentlich hat das Spiel alles was man braucht, es funktioniert sehr gut und die Zeit vergeht schnell für ca.zwei Stunden.
Trotzdem fehlt mir irgendwie der Kick. Meinen Sieg habe ich fast mühelos davon getragen. Den letzten Siegpunkt holte ich mir durch die Übernahme einer Stadt, mit gleichzeitiger Zerstörung des Tempels. Und selbst das hätte nicht sein brauchen, wenn meine Mitspieler nicht die restlichen Wege zum letzten Punktgewinnt urplötzlich versperrt hätten.
Mir fehlt das Gefühl mit meinen Mitstreitern um den Sieg zu ringen. Hier und da ein Fallstrick. Kleine Gemeinheiten oder sonst was. Außer mit seinem Zug auf dem Rundell kann man kaum überraschen und selbst dieser ist berechenbar. Denn meistens bleibt man in dem 3-Felder-Limit. Außer bei den Kämpfen findet kein Ärgern der Gegner Stadt. Man spielt nebeneinander her. Da ist ja sogar Catan aggressiver.
Nicht das ich aufs Kämpfen aus bin. Aber ein anderer Kontakt findet nunmal nicht statt und das ist ein bischen wenig. Denn nur durch den Kampf kann man den Gegner effektiv in seiner Entwicklung stören. Da aber die am Kampf beteiligten Truppen 1 zu 1 abgetauscht werden, wird man auch selbst zumindest truppentechnisch zurückgeworfen. In der Entwicklunsphase wird man sich also schwer durchringen können eigene Firhuren zu opfern, um den Gegner zu stören. Da auch der Zwang nicht da ist, sich untereinander in die Quere zu kommen, hofft man eben auf eine schnelle eigene Entwicklung und somit natürlich auch auf einen schnellen Sieg.
Interaktion ist also eher klein geschrieben. Zumindest ein Element wie Handeln o.ä. hätte man integrieren sollen, um das Gefühl einer Pacience loszuwerden.
Wie gesagt, "Antike" ist bei Leibe kein schlechtes Spiel, es läuft absolut flüssig und ist kurzweilig. Wir empfanden es eher als eines der besseren Spiele. Weitere Runden werden folgen. Die Wertung zeigt eigentlich den positiven Gesamteindruck. Auch wenn man im Nachhinein durchaus Abstriche machen muß.
Der Preis von ca. 40 Euro geht allein schon für die Ausstattung in Ordnung. Eine Proberunde kann ich jedem empfehlen.




Tester
Wertung
Immo
Mario
Robert
Achim
Schlüssel: 6 = optimal / 1 = Flop

Gesamtnote: 5

Kommentare
Mario: - nur für Strategen interessant