- Achims End - Die Gesellschaftsspieleseite aus Neuruppin
Die Spieletests

Der Palast von Alhambra

Ein Spiel von
aus dem "Queens Game Verlag"
für 2-6 Spieler
45-60 min.
ab 8 Jahre

Testbericht

Alhambra
... ist eines jener Spiele, die zuerst durch ihre schöne Gestaltung auffallen. Auch im Innern der Schachtel wird man nicht enttäuscht. Die Spielregel ist angenehm kurz und läßt keine Fragen offen.

Worum gehts?
Wir befinden uns in mittelalterlichen Zeiten, als sich auf Baustellen noch Handwerker aus Allerherrenländer verdingen mussten. (Ahnlich wie heute oder?!)
Diese heuern wir an, um unsere werdende Alhambra auszubauen.

Vorbereitung
Alle Ausbauplättchen kommen in einen Stoffbeutel. Jeder Spieler erhält 2 Spielfiguren. Der Punktezählplan wird ausgebreitet und auf dessen Startfeld wird von jedem Spieler eine seiner Spielfiguren bereitgestellt. Daneben kommt die Ablage für 4 Bauplättchen. Auf dieser ist jeweils eine Ablage pro Währung vorgesehen. D.h. also 4 ährungen sind im Spiel. Hier kommen auch gleich 4 zufällig gezogene Ausbauplättchen auf ihre Plätze.
Jeder Spieler erhält nun so viele Karten das der Wert auf diesen zusammen 20 oder mehr ergibt. Die verschiedenen Währungen sind hierbei unerheblich.
Vier Währungskarten werden offen ausgelegt. Von diesen werden im späteren Spielverlauf Karten nachgezogen. Der restliche Währungskartenstapel wird nun in 5 gleichhohe Stapel geteilt. In den 2 und 4 kommt je eine Wertungskarte.
Jeder Spieler erhält nun noch eine Karte mit einem Springbrunnen darauf. Diese bildet den Anfangs- und meist auch den Mittelpunkt der jetzt entstehenden Alhambra. Auf dem Brunnen wird die zweite eigene Spielfigur platziert.(Das hat seinen Grund; Bauregel)
Nun bekommen noch alle Mitspieler einen Ablageplan für noch nicht verbaute Karten. Darauf sind für jeden ersichtlich die 3 Wertungsvtabellen.
"Dirk" bekommt jetzt noch 6 Ausbauplättchen. Er "spielt" ja nicht wirklich mit, nimmt aber auf diese Weise trotzdem an den Wertungen teil.


Spielziel
Der Spieler der nach drei Wertungen die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Das Spiel
... beginnt entweder der Spieler mit dem wenigsten Geldwert oder der Jüngste. Wer an der Reihe ist hat die Wahl zwischen drei Möglichkeiten:
1. Ausbauplättchen kaufen und platzieren
2. Geld(Karten) nachziehen
3. An- oder Umbau der Alhambra


Zu 1.
Wer Ausbauplättchen kaufen will, legt die entsprechend geforderte Währung in Form von Karten ab und nimmt sich den Ausbau. Hierbei kann man den Betrag (passend) bezahlen oder auch darüber liegen. Wechselgeld gibt es nicht zurück.
Wer passend zahlt hat allerdings den Vorteil, einen weiteren Ausbau kaufen zu können, wenn er möchte. Das kann er in seiner Runde bis zu 4mal tun; da nur vier Karten ausliegen.
Gekaufte Karten werden sofort angelegt, unter Beachtung der Ausbauregeln, oder sie kommen erst einmal auf den bereitliegenden Ablageplan.
Erst am Ende dieser Aktion wird wieder auf 4 zu verbauende Plättchen aufgefüllt. Diese werden verdeckt aus einem Stoffbeutel nachgezogen.

Zu 2.
Wer Geld braucht zieht Karten aus der offenen Auslag nach. Da jeder Baumeister auf seiner Währung besteht, hat man eigentlich fast immer einen Engpass an Zahlungsmitteln. Also zieht man auch schon mal "Geld" auf Vorrat nach. Man weiß ja nie wann man es braucht. (Wichtig: Entweder man zieht nur eine Karte nach, die einen Wert von 5 bis 9 hat oder man zieht mehrere Karten nach die in der Summe höchstens 5 ergeben. Die niedrigen Karten werden stets benötigt, um passend bezahlen zu können.)
Die nun in der Auslage fehlenden Karten werden vom Stapel nachgelegt, so das wieder 4 Karten bereit liegen.

Zu 3.
Wer nicht bauen kann oder will und ebensowenig auf Geld aus ist, kann auch seine Alhambra umbauen. D.h. ein in einer früheren Runde gekauftes Plättchen kann nun angelegt werden. Oder man reist eines ab, um anderen Teilen Platz zu machen oder man tauscht zwei Plättchen gegeneinander aus. Dieser Austausch muß aber Bauregelkonform sein.
(Die Bauregeln schreiben unter anderem vor, dass nur gleiche Seiten aneinandergelegt werden dürfen - also z.B. Mauerseite an Mauerseite - oder alle Ausbauplättchen "zu Fuß" vom Springbrunnen (Figur) erreichbar sein müssen.)
Wichtig hierbei ist, das die bei vielen Ausbauteilen zu sehenden Mauerstücke nebeneinander platziert werden sollten, da der jeweils längste Mauerteil mit in die Wertung kommt.
Punktezähler

Wertung
Nachdem ca. ein drittel der Geldkarten vom Nachziehstapel verbraucht sind taucht dort die erste "Wertungskarte" auf. Die Wertung wird sofort ausgeführt. Bei der ersten Wertung werden nur die meisten (1. Platz) Ausbausorten gezählt. Also, nur wer die meisten Gemächer oder Türme oder Gärten usw. hat bekommt dafür Punkte. Alle anderen gehen leer aus.
Die zweite "Wertungskarte" erscheint im letzten Drittel der Geldkarten. Nun werden die beiden Erstplatzierten mit Punkten belohnt.
Die letzte Wertung, welche das Spiel dann auch endet, findet statt, wenn kein Ausbauplättchen mehr aus dem Stoffbeutel nachzuziehen geht. Dann bekommen die mit dem meisten Geld in der entsprechenden Währung, das jeweils letzte verfügbare Plättchen und können dieses auch noch anlegen, wenn möglich.
Bei dieser Wertung werden die ersten drei Plätze mit Punkten belohnt.
Wichtig! Bei allen drei Wertungen werden zusätzlich die jeweils längsten zusammenhängenden Mauerstücke jedes Spielers mitgewertet. Das ist nicht zu unterschätzen, da hier noch einiges an Punkten rausgeholt werden kann.


Fazit
Eigentlich* ein sehr schönes Spiel. Die Gestaltung und auch der Spielmechanismus lassen keine Wünsche offen. Planen kann man allerdings nicht wirklich, da man immer nur auf die aktuelle Auslage spart. Sammeln mehrere auf die gleiche Karte, bleibt die Schadenfreude der Mitspieler nicht aus, wenn diese vor der Nase weggeschnappt werden.
Die Spieldauer liegt unter einer Stunde. Das ist familientauglich und auch Vielspielern dienen solche Zeiten als gute Absacker. Aber Vorsicht! Einmal gespielt, reiz es zu meheren weiteren Runden.
Alle Altergruppen über 10 Jahren können sich freuen. Ein sehr schönes Familienspiel wartet darauf entdeckt zu werden.

*Doch soll auch ein Manko nicht verschwiegen werden. Leider wird das Spiel mit steigender Spielerzahl mehr und mehr vom Zufall bestimmt. Zu fünft braucht man kaum noch auf ausliegende Ausbauplättchen sparen, weil diese, wenn man am Zug ist, meist nicht mehr anzutreffen sind. Man spart also mehr oder weniger blind an, was bei mir schnell Frust auslößte. Da man ja bei verschiedenen Gebäudesorten Mehrheiten erringen muß, um bei den Wertungen gut abzuschneiden ist das schon ärgerlich.

D.h. Optimale Spielerzahl 2 und 3, da überwiegend taktisch und planbar. Ab 4 Spieler überwiegt der Zufall, dadurch wird das Spiel eher Mittelmaß.
(Zu zweit kommt ein imaginärer Mitspieler, genannt Dirk, hinzu. Sieht nach Verlegenheitvariante aus ist aber sehr gut gelungen und damit 100 % spielbar.)


Aber mittlerweile sind drei Erweiterungen erhältlich, die jeweils 4 einzelne Module enthalten. In wieweit diese das Spiel mit 4, 5 und 6 Personen verbessert bleibt abzuwarten.

Tester
Wertung
Immo
Mario
Robert
Achim
Viktoria
Schlüssel: 6 = optimal / 1 = Flop

Gesamtnote: 5

Kommentare
- keine

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